
Historische Gebäude können an ganz anderen Stellen Wärme verlieren, als pauschale Bauteilwerte vermuten lassen. Das zeigt eine Energiediagnose am Campus Spittal der CU Hochschule Kärnten (ehemals FH Kärnten): Die massiven Wände schnitten bei den Messungen deutlich besser ab als erwartet, während Fenster, Türen und feuchte Wandbereiche gezielten Handlungsbedarf erkennen ließen.
In unserer Best-Practice-Reihe zeigen wir, wie Finninvent am Campus Spittal die energetischen Schwachstellen eines historischen Gebäudes ermittelt und daraus gezielte Verbesserungsmaßnahmen ableitet.
Das untersuchte Hochschulgebäude stammt aus dem 16. Jahrhundert. Ziel der Energiediagnose war es, die Eigenschaften der Gebäudehülle zu erfassen und Maßnahmen abzuleiten, die den Heizenergiebedarf mit möglichst gezielten Eingriffen senken können.
Die empfohlenen Verbesserungen sollen den Heizenergiebedarf um mehr als 35 Prozent senken. Im Mittelpunkt stehen gezielte Maßnahmen an Fenstern, Türen und schadhaften Bauteilanschlüssen.
Für die Wärmeverlustanalyse wurden mehrere Verfahren kombiniert: eine Sichtprüfung, Wärmebildaufnahmen, eine Luftdichtheitsprüfung und U-Wert-Messungen. Rund 200 Einzelwerte und Bilder lieferten einen Überblick über den Zustand der Gebäudehülle. Auf dieser Grundlage wurden die wirtschaftlich günstigsten Verbesserungsmöglichkeiten untersucht.
Der U-Wert beschreibt, wie viel Wärme durch ein Bauteil verloren geht. Je niedriger der Wert, desto geringer ist der Wärmedurchgang. Die Messungen vor Ort zeigten, dass die tatsächlichen Eigenschaften einzelner Bauteile deutlich von den herangezogenen Tabellenwerten abwichen.

| Kennzahl | Bestand / Messung | Ziel / Vergleich |
|---|---|---|
| Heizenergiebedarf | 130 kWh/m² | Ziel: unter 85 kWh/m² |
| Außenwände U-Wert | Gemessen: Ø 1,0 W/(m²K) | Tabellenwert: 2,5–2,7 W/(m²K) |
| Fenster U-Wert | Gemessen: Ø 3,2 W/(m²K) Maximum: 3,7 | Tabellenwert: 2,6 W/(m²K) |
Die U-Werte wurden vor Ort gemessen. Der Heizenergiebedarf unter 85 kWh/m² und die Einsparung von mehr als 35 Prozent sind Zielgrößen für die empfohlenen Maßnahmen.
Die massiven Außenwände schnitten bei den Messungen besser ab als anhand der herangezogenen Tabellenwerte erwartet. Bei den Fenstern zeigte sich das umgekehrte Bild. Zusätzlich wurden starke Undichtigkeiten an Fenstern und Türen festgestellt.
Unter den Fenstern begünstigten mangelhafte Fensterbänke die Durchfeuchtung der Wände. Zusammen mit einem dünneren Wandaufbau und der örtlichen Erwärmung durch Heizkörper ergaben sich dort weitere Schwachstellen.
Aus den Befunden wurden konkrete Empfehlungen abgeleitet:
Weitere Einsparpotenziale liegen bei Lüftung und Beleuchtung. Dafür sollen eine Wärmerückgewinnung, eine zeit- oder sensorgesteuerte Lüftungsregelung und die Umrüstung auf LED näher geprüft werden.
Mit den Verbesserungen an der Gebäudehülle soll der Heizenergiebedarf auf unter 85 kWh/m² sinken. Zugleich sollen Frostschäden verringert und der Instandhaltungsbedarf an Innenwänden und Decken reduziert werden.
Das Beispiel verdeutlicht den Nutzen einer gebäudespezifischen Diagnose: Wer die tatsächlichen Wärmeverluste kennt, kann Maßnahmen dort ansetzen, wo sie gebraucht werden. Gerade bei historischer Bausubstanz hilft die Kombination verschiedener Messverfahren, vorhandene Qualitäten zu erkennen und Schwachstellen gezielt zu bearbeiten.
Finninvent GmbH
Dr. Mikael Paronen, Geschäftsführer
Mobil: +358 (0) 41 44 32 109
E-Mail: mikael.paronen@finninvent.com
Finninvent bietet Mess- und Energiediagnosedienstleistungen über Servicefilialen in Klagenfurt für Kärnten, in Wien für das übrige Österreich und in Espoo für das übrige Europa an.
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Energiediagnose und fachliche Empfehlungen: Finninvent GmbH.