Neue Greenwashing-Regeln: Welche Rolle CO₂-Zertifikate jetzt noch spielen

Klimaschutzzertifikate: Vom Werbeversprechen zum glaubwürdigen Beitrag

Seit 27. September 2026 gelten in der EU strengere Regeln für umweltbezogene Werbeaussagen. Unternehmen, die ihre Klimaschutzmaßnahmen kommunizieren, sollten jetzt prüfen, welche Aussagen noch zulässig sind und wie CO₂-Zertifikate sinnvoll in die eigene Klimastrategie eingebunden werden können.

Die sogenannte Empowering-Consumers-Richtlinie (EU) 2024/825 ergänzt die Regeln gegen unlautere Geschäftspraktiken. Sie soll Verbraucher:innen vor irreführenden Umweltaussagen schützen. In Österreich werden die Bestimmungen in das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) aufgenommen, ein Umsetzungsentwurf liegt seit Juni 2026 vor.

Was sich bei Umweltaussagen ändert

Die neuen Vorgaben betreffen die Kommunikation gegenüber Konsument:innen. Unzulässig sind unter anderem:

  • Klimaneutralitätsaussagen auf Produktebene, die auf Kompensation beruhen, etwa „klimaneutral“ oder „CO₂-kompensiert“,
  • allgemeine Umweltaussagen wie „umweltfreundlich“ oder „grün“ ohne Nachweis einer anerkannten hervorragenden Umweltleistung,
  • Nachhaltigkeitssiegel, die nicht auf einem Zertifizierungssystem beruhen oder nicht staatlich festgelegt sind.

Aussagen über künftige Umweltleistungen, etwa „klimaneutral bis 2035“, müssen zudem auf transparenten und objektiv überprüfbaren Verpflichtungen beruhen.

CO₂-Zertifikate bleiben relevant, aber anders

Klimaschutzzertifikate haben damit nicht ausgedient. Viele Unternehmen wollen Verantwortung für ihre laufenden und unvermeidbaren Emissionen übernehmen, und hochwertige Klimaschutzprojekte können dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Auch in Netto-Null-Pfaden nach der Science Based Targets initiative (SBTi) spielen sie eine Rolle.

Entscheidend ist, wie Zertifikate eingesetzt und kommuniziert werden: als Ergänzung zur eigenen Emissionsreduktion, nicht als Ersatz dafür. Qualität, Transparenz und eine nachvollziehbare Klimastrategie werden damit wichtiger als das Etikett.

Grundlage ist eine belastbare Klimabilanz

Glaubwürdige Klimakommunikation beginnt bei den eigenen Zahlen. Wer seine Emissionen kennt, kann Reduktionsmaßnahmen priorisieren und den Einsatz von Zertifikaten fundiert begründen. Auch der freiwillige Nachhaltigkeitsstandard VSME sieht die Erfassung von Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen vor und schafft damit eine strukturierte Datengrundlage.

Webinar: CO₂-Zertifikate im unternehmerischen Klimaschutz

Webinar CO₂-Zertifikate im unternehmerischen Klimaschutz mit Philipp Trummer, Kommunalkredit Public Consulting, am 6. Oktober 2026

Wie sich CO₂-Zertifikate heute einordnen lassen, zeigt Philipp Trummer, Senior Consultant bei der Kommunalkredit Public Consulting, in unserem Webinar der Reihe Zukunfts:Impulse. Themen sind unter anderem der CO₂-Fußabdruck als Entscheidungsgrundlage, Qualitätskriterien für Zertifikate, ihre Rolle in SBTi-Pfaden, die Auswahl passender Klimaschutzprojekte sowie transparente Kommunikation ohne Greenwashing-Risiko.

Dienstag, 6. Oktober 2026, 11:00 Uhr, online über Microsoft Teams

Zur Anmeldung

Das Energieforum Kärnten unterstützt Unternehmen im Rahmen seiner VSME-Beratung dabei, Energie- und Emissionsdaten strukturiert zu erfassen und so eine belastbare Grundlage für Klimaziele und eine glaubwürdige Nachhaltigkeitskommunikation zu schaffen.

Kontakt: 

+43 (0) 463/304055

office@energieforumkaernten.at

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